CBM warnt vor lückenhafter Entwicklungsagenda

Shilpa (rechts) aus Indien hat Zerebralparese. Seit sie nach der Schule mit anderen Kindern und Jugendlichen in die lokale, inklusive Freizeiteinrichtung geht, hat sie viel Selbstvertrauen gewonnen. Foto: CBM/Wyatt
Shilpa (rechts) aus Indien hat Zerebralparese. Seit sie nach der Schule mit anderen Kindern und Jugendlichen in die lokale, inklusive Freizeiteinrichtung geht, hat sie viel Selbstvertrauen gewonnen. Foto: CBM/Wyatt

Die Sommerferien stehen vielerorts vor der Tür. Millionen Deutsche bereiten ihre Urlaubsreise vor: Sie planen Routen, schreiben Listen und packen ihren Koffer. Nichts darf vergessen werden! Auch bei den Vereinten Nationen (UN) werden im Moment – bildlich gesprochen – die Koffer gepackt. Bei der UN heißt das Ziel allerdings nicht Italien, sondern eine Welt ohne Armut. Dafür haben sie am Samstag (19. Juli) einen Entwurf für eine neue globale Entwicklungsagenda vorgelegt. Umweltschutz, Gesundheitsversorgung, nachhaltiges Wirtschaften und Bildung sind unter anderem Schlüsselfaktoren. Doch die Christoffel-Blindenmission (CBM) warnt: Behinderte Menschen und andere benachteiligte Gruppen könnten bei diesen Entwicklungszielen vergessen zu werden.

Johanna Kern aus dem Team Anwaltschaftliche Arbeit der CBM: „Auch behinderte Menschen haben ein Recht auf sauberes Wasser, eine bezahlbare Gesundheitsversorgung und das Recht darauf, nicht Hunger zu leiden. Das muss in den globalen Entwicklungszielen festgehalten werden.“ Menschen mit Behinderungen seien aus vielen Bereichen der künftigen Agenda wieder herausgestrichen oder erst gar nicht berücksichtigt worden, so Kern. Die Vereinten Nationen betonen in dem Entwurf der Agenda zwar die gleichen Entwicklungschancen für alle, bei dem konkreten Zielekatalog wird dies aber oft nicht umgesetzt. Kern: „Es reicht nicht aus, sich Entwicklung für alle zu wünschen. Solche Aussagen müssen systematisch unterlegt werden mit konkreten Zielen und Indikatoren für die Inklusion behinderter Menschen und anderer benachteiligter Gruppen.“

Entwurf zeigt Verbesserung

Im aktuellen Entwurf zur globalen Entwicklungsagenda werden die Belange von Menschen mit Behinderungen zum ersten Mal konkret genannt. Johanna Kern: „Ziele wie etwa Bildung und Arbeit berücksichtigen ausdrücklich Menschen mit Behinderungen. Das ist eine klare Verbesserung. Bei den bisherigen Entwicklungszielen wurden eine Milliarde Menschen mit Behinderungen einfach vergessen.“

Noch bis September 2015 werden die Staaten die neue Agenda verhandeln. Kern: „Was jetzt nicht eingepackt wird, wird man später schmerzlich vermissen. Nachhaltige Entwicklung kann es nur geben, wenn alle eingebunden sind. Nur so können wir weltweit die Armut überwinden.“

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