Von einem, der aus dem Leben springen wollte und mitten im Leben ankam

Selbstmord
Viktor Staudt. Foto: Droemer

Viktor Staudt „Die Geschichte meines Selbstmords“ erscheint am 1. September 2014 bei Droemer. In der Schulzeit war Viktor Staudt der Junge, der nie lachte. Als Erwachsener führt er ein scheinbar normales Leben. Er schwimmt, joggt, hat Freunde. Doch sein Alltag ist von Angstattacken und Depressionen bestimmt, von denen niemand etwas ahnt. Und sie werden schlimmer.

Ein Restaurantbesuch wird für Viktor Staudt zur Qual. Regelmäßig flüchtet er sich schweißüberströmt auf die Toilette. Ein verbindliches Sozialleben ist ihm nicht möglich. Niemand versteht ihn, und seine Hausärztin rät ihm nur, es mal ruhiger angehen zu lassen. Sie verschreibt ihm ein Beruhigungsmittel. Mit dreißig sieht Viktor Staudt keinen Ausweg mehr und wirft sich vor einen Zug.
Er überlebt den Sprung und wird im Krankenhaus wieder wach.

Sein Leben ist gerettet – doch er hat keine Beine mehr. Aber Viktor Staudt hat Glück im Unglück: In einer süddeutschen Klinik geht man seiner psychischen Störung endlich auf den Grund und diagnostiziert eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Endlich erhält er die Medikamente, die ihm helfen. Und endlich ist er in der Lage, ein angstfreies Leben zu führen. Trotz der Schmerzen in den Beinen und den „Füßen“, des „Nie-mehr-Gehen-Könnens“ und des Älterwerdens als körperbehinderter Mann ist Viktor Staudt wieder im Leben angekommen und er hat beschlossen, abzuwarten bis der Tod kommt, anstatt ihn zu suchen.

„Falls nur ein einziger Mensch sich nach der Lektüre dieses Buch entscheidet, Hilfe zu suchen, anstatt Hand an sich zu legen, habe ich mein Ziel erreicht“, so Viktor Staudt. Er wurde 1969 geboren und arbeitete zehn Jahre lang für eine Fluggesellschaft. Nach seinem Selbstmordversuch lebte er fast zehn Jahre in Deutschland und der Schweiz, mittlerweile in Italien. Er hält Vorträge und veranstaltet Workshops zum Thema Selbstmordprävention und verlegt Kinderbücher.
In Deutschland sterben jährlich über 9.000 Menschen durch Suizid, das sind mehr als durch Verkehr, Drogen, Mord und AIDS zusammen. Zwei von drei Suiziden werden von Männern verübt.

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