Rio de Janeiro von Barrierefreiheit weit entfernt

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Blick über Rio auf das Maracana-Stadion. Am 7. September 2016 werden dort die Paralympics eröffnet. Foto: CC BY-SA 2.0, www.wm2014-in-brasilien.de

Am 7. September 2016 beginnen in Rio de Janeiro die Paralympics. Wer im Rollstuhl an die Copacabana anreist, könnte ein böses Erwachen erleben. Rund ein Jahr vor der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion bereitet die Barrierefreiheit dem Organisationskomitee (OK) große Probleme. Das berichtet das Handelsblatt und beruft sich auf Angaben der Nachrichtenagentur AFP. „Es bleibt eine große Aufgabe, Rio behindertengerecht umzugestalten und einzurichten“, so  OK-Sprecher Mario Andrada.

Zuletzt hatten mehrere Organisationen massive Kritik geäußert, so etwa das brasilianischen Institut für die Rechte behinderter Menschen (IBDD). „Die Stadt hat gar nichts verbessert, was Erleichterungen für Behinderte angeht“, sagte Teresa Costa d’Amaral vom IBDD. „In manchen Stadtteilen hat es zwar einige kleinere Verbesserungen gegeben, aber in den meisten anderen ist es sogar schlimmer geworden.“

Abgesenkte Gehwege suche man vergeblich, so dass sich Rollstuhlfahrer sich ohne Hilfe nur innerhalb eines Straßenblocks bewegen könnten. Probleme gebe es auch bei der Personenbeförderung im Nahverkehr. Das größte Fahrzeug biete lediglich Platz für acht Rollstuhlfahrer. Bei seiner Olympia-Bewerbung hatte die Stadt noch versprochen, insgesamt 60 Kilometer Bürgersteig umzurüsten. Inzwischen ist der Umbau zwar angelaufen, doch für Andrada ist das nichts weiter als ein minimaler Anfang. „60 Kilometer behindertengerechter Gehwege machen Rio noch längst nicht zu einer behindertenfreundlichen Stadt.“

„Es gehört auch zu unserer Arbeit, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen, damit Druck auf die Regierung ausgeübt wird, in eine behindertengerechtere Infrastruktur zu investieren“, sagte Andrada: „Das ist unser Ziel.“

AWS

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