Der Playoff-Sack soll zu gemacht werden

Play Off
Duell zwischen Joe Bestwick (#4) und dem lauernden Reo Fujimoto (#14) im Januar in Wetzlar. Foto: Armin Diekmann

Eine Woche nach der erfolgreichen Qualifikation auf europäischer Bühne für die Champions League will Titelverteidiger RSV Lahn-Dill am Wochenende auch das Ticket für die Playoff-Finalserie in der Meisterschaft buchen. Im Halbfinale haben die Wetzlarer nach dem Erfolg in Spiel eins an der Elbe gleich zwei Matchbälle in der heimischen August-Bebel-Sporthalle. Spiel zwei der „best-of-three“ Serie steigt am Samstagabend um 19:30 Uhr, ein eventuell notwendiges drittes Spiel dann optional am Sonntag um 16:00 Uhr an gleicher Stelle.

Um noch eine Chance auf den Einzug ins RBBL-Finale zu haben, müssen dagegen die Hanseaten zwingend am Samstagabend einen Auswärtssieg in Wetzlar landen. Gelingt ihnen dies, wie zuletzt am 4. Januar im Ligaspiel, dann käme es am Sonntag zum dann alles entscheidenden dritten Spiel im Playoff-Halbfinale. Doch soweit möchte es der RSV Lahn-Dill am liebsten erst gar nicht kommen lassen und dem überraschend hohen 83:45-Kantersieg im Norden möglichst den zweiten notwendigen Erfolg sofort folgen lassen.

„Wir werden die Hanseaten nicht einen Millimeter unterschätzen, egal wie das erste Duell ausgegangen ist“, so RSV-Trainer Nicolai Zeltinger wohl wissend, dass die Hamburger die Demütigung in eigener Halle noch in ihren Köpfen haben und sich dementsprechend besser präsentieren wollen als noch vor zwei Wochen. „Wir wollen unbedingt ein drittes Spiel vermeiden, denn dies wäre wieder eine offene Geschichte mit einem mentalen Vorteil für den Gegner“, so der 42-jährige Headcoach des elffachen Meisters ergänzend.

Zuletzt hat der EuroLeague II Auftritt der Hanseaten in Wien gezeigt, dass die Mannschaft von Trainer Holger Glinicki sich bestens von der deutlichen Pleite gegen den RSV erholt hat. Der Auftritt der BG Baskets mit vier Siegen aus vier Spielen und vor allem die Art und Weise wie diese Erfolge eingefahren wurden, zeugt von der Stärke der Hamburger. Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Norddeutschen ist das japanisch-niederländische Trio Reo Fujimoto, Hiroaki Kozai und Mustafa Korkmaz. Zusammen erzielen diese drei Offensivspieler im Schnitt über fünfzig Punkte pro Partie und sind damit der Schlüssel zum Playoff-Einzug der BG Baskets. Komplettiert wird das Team durch den in Spiel eins besten Akteur Robin Poggenwisch aus den Niederlanden sowie die deutschen Nationalspielerinnen Mareike Miller, Gesche Schünemann und Annika Zeyen. Die beiden letztgenannten Spielerinnen trugen bereits das Trikot ihres Kontrahenten aus Mittelhessen und dürften dem RSV-Publikum daher noch bestens in Erinnerung sein.

Dem gegenüber steht ein Gastgeber, der entschlossen ist, aber auch aus den vergangenen Tagen ein schweres Reiseprogramm hinter sich hat. „Die vier Spiele auf Sardinien stecken uns noch in den Knochen, viel schwerer wiegt allerdings, dass wir aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen sechs Tage lang überhaupt nicht trainieren konnten“, so Zeltinger weiter. Dennoch darf dies beim Blick auf das angestrebte Erreichen der Finalspiele keine Ausrede sein: „Es ist immer wieder eine Genugtuung zu sehen, wie sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel konzentrieren kann, ohne sich von den langfristigen Zielen und Aufgaben ablenken zu lassen.“

Doch natürlich soll das Etappenziel Playoff-Finale auch eine klare Ansage an die Konkurrenz in Richtung des am darauffolgenden Wochenende in der Hamburger InselPark Arena stattfindenden Final Four um den DRS-Pokal 2015 sein. Dies gilt für den hanseatischen Gegner ebenso wie für das RSB Team Thüringen, das zeitgleich gegen Zwickau das Finalticket buchen möchte und am 28. März Pokal-Halbfinalgegner der Wetzlarer Rollis ist.

RBBL, Playoff-Halbfinale
RSB Team Thüringen BSC-Rollers Zwickau 1:0
RSV Lahn-Dill BG Baskets Hamburg 1:0
Spiel #1
BSC-Rollers Zwickau RSB Team Thüringen 55:82
BG Baskets Hamburg RSV Lahn-Dill 45:83
Spiel #2
RSB Team Thüringen BSC-Rollers Zwickau 21.03.
RSV Lahn-Dill BG Baskets Hamburg 21.03.
Spiel #3 (optional)
RSB Team Thüringen BSC-Rollers Zwickau 22.03.
RSV Lahn-Dill BG Baskets Hamburg 22.03.

 Andreas Joneck

 

 

 

 

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