Triumphfahrt auf der Lieblingsstrecke

Paralympische Ski WM
Andrea Eskau im Goldglück

Gold über die Langdistanz, Gold im Sprint und nun auch Gold über die fünf Kilometer – Andrea Eskau (USC Magdeburg) hat sich am Samstag endgültig zur dominierenden Langläuferin im Sitzski bei der Ski-Nordisch-WM des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) gekürt. Die 43-jährige Bergheimerin, die aus Apolda in Thüringen stammt, siegte auf der Mittelstrecke vor Oksana Masters (USA) und Mariann Marthinsen (Norwegen). Mit ihrer Zeit von 16:02.3 Minuten legte Eskau fünf, bzw. zehn Sekunden zwischen sich und ihre Verfolgerinnen. Den Vorsprung erarbeitete sie sich durch einen beherzten Schlussspurt. „Die fünf Kilometer sind meine Lieblingsstrecke“, sagte sie. Über diese Distanz war sie Titelverteidigerin gewesen und hatte bei den Paralympischen Spielen von Sotschi 2014 eine von zwei Goldmedaillen geholt. „Es war ein toller Sieg heute.“

Keinen Sieg, keine Medaillen, aber dennoch tolle Resultate erzielten am Samstag Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) und Clara Klug (PSV München). Beide schrammten als Vierte knapp an Bronze vorbei und waren dennoch  zu Recht stolz auf ihre jeweils besten Langlauf-Ergebnisse bei einer Weltmeisterschaft. Die 20-jährige WM-Debütantin Klug erwischte beim Sieg von Elena Remizova (Russland) bei den Frauen mit Sehbehinderung einen nahezu perfekten Lauf. „Auf der Strecke hat einfach alles geklappt: die Übergänge, die Abfahrten, die Kurven, die Spurwechsel“, bilanzierte Klug, die von ihrem Begleitläufer und Trainer Martin Härtl (SK Nesselwang) angetrieben wurde.

Die talentierte Münchnerin stellte damit unter Beweis, dass sie als Zukunftshoffnung gelten kann. „Das Rennen heute hat mir gezeigt, was die Quälerei im Training bringt.“ Der zweiten Deutschen, Vivian Hösch aus Freiburg, fehlten im fünften Rennen innerhalb von acht Tagen dagegen die Kräfte. Hösch und ihr Guide Florian Schillinger (SV Baiersbronn) kamen an Schillingers 30. Geburtstag abgeschlagen ins Ziel. Ihre Bronzemedaille im Biathlon-Sprint kann Hösch aber niemand nehmen. Auch der 25-jährige Fleig hatte sich im Biathlon eine nicht erwartete Bronze-Medaille ergattert, am Samstag untermauerte er, dass im Langlauf der Männer sitzend künftig ebenfalls mit ihm zu rechnen sein wird. „Ich wollte noch einmal alles geben und war sehr fokussiert. Das haben selbst die Athleten der anderen Nationen gemerkt“, berichtete Fleig. Nach zehn Kilometern fehlte dem Gundelfinger etwas mehr als eine Minute auf den Sieger Aleksandr Davidovich (Russland). „Ich weiß jetzt, woran es noch fehlt, um bis zum Ende durchzuhalten“, kommentierte der beste deutsche Mann dieser WM.

Alle Daten zur WM stehen auf www.paralympic.org/cable-2015. Aktuelle Resultate gibt es auf www.paralympic.org/nordic-skiing/calendar-results sowie auf www.nordski.de. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum deutschen Team.

 

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