Bundesweit erste Polio-Station eröffnet

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Im Koblenzer Brüderkrankenhaus St. Josef ist die bundesweit einzige Station für Polio-Patienten eröffnet worden. Das teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Das Brüderkrankenhaus St. Josef in Koblenz hat für die Errichtung der Poliostation einen letzten Landeszuschuss von rund 390.000 Euro erhalten. Damit hat das Land die Baumaßnahme mit insgesamt 1,8 Millionen Euro aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm gefördert, von denen bisher rund 1,4 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Gesundheitsminister Alexander Schweitzer informierte sich bei einem Rundgang vor Ort über die Anlage und Kapazitäten der neuen Poliostation und erklärte: „Ich freue mich, dass das Land die Errichtung der Poliostation am Brüderkrankenhaus St. Josef finanziell begleitet und so der Bauplan eingehalten werden konnte.“ Der Krankenhausträger, das Katholische Klinikum Koblenz-Montabaur, beteiligt sich an der Baumaßnahme, gegenüber den baufachlich anerkannten Kosten, mit einem Eigenanteil von rund 200.000 Euro.

Die Landesförderung ermöglicht den Bau einer Station speziell für Patientinnen und Patienten, die an den Folgen einer Polioerkrankung (Kinderlähmung) leiden. Die Station wird im dritten Obergeschoss des Brüderkrankenhauses eingerichtet, die darüber hinaus Arzt-, Untersuchungs-, Material- und Aufenthaltsräume aufnimmt. Sie ist speziell auf die besonderen Bedürfnisse der Patientengruppe konzipiert und unter Mitwirkung der Betroffenen und deren Selbsthilfeverbände gebaut worden. Schweitzer sagte, mit dieser Förderzusage habe das Land dazu beitragen können, dass die Behandlung und Pflege von an Polio erkrankten Menschen wesentlich verbessert werden kann. Die Station sei ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung in Rheinland-Pfalz und weit darüber hinaus.

Das Katholische Klinikum Koblenz-Montabaur ist das einzige Krankenhaus in Rheinland-Pfalz und der gesamten Bundesrepublik, das über eine Abteilung speziell für an Polio Erkrankte verfügt. So gilt die Einrichtung in Koblenz als internationales Kompetenzzentrum für die Behandlung des Post-Polio-Syndroms. Im Polio-Zentrum Koblenz werden Beschwerden, die auch noch Jahrzehnte nach der Infektion auftreten können und unter dem Begriff „Post-Polio-Syndrom“ zusammengefasst sind, behandelt. Dazu gehören beispielsweise Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schwäche in Muskelpartien, wie auch Schlaf- und Atmungsprobleme.

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