Barrierefreiheit: München hat ehrgeizige Ziele

Barrierefreiheit München
Ein barrierefreier Einstieg in Linienbusse ist nicht die Regel. (Foto: CC BY-ND 2.0, Kecko)

Der Busverkehr in München soll bis zum Jahr 2022 komplett barrierefrei sein – das sieht ein von der Stadt vorgestellter Aktionsplan vor. Wie die Tageszeitung „Münchener Merkur“ mitteilt, sollen alle 910 Bushaltestellen umgebaut werden. Derzeit sind erst 231 Haltestellen der Landeshauptstadt barrierefrei. Grundlage für den ambitionierten Plan ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die uneingeschränkte Barrierefreiheit bis 2022 festschreibt. Das Baureferat warnt jedoch, dass mit den jetzigen Finanzmitteln und dem Personalstand das Ziel nicht zu erreichen sei. Die Behörde gibt bekannt: „Im Hinblick auf das vom Gesetzgeber vorgegebene Ziel, dass bis 2022 alle 679 Haltestellen barrierefrei ausgebaut sind, ist eine Aufstockung des Personals sowie der Finanzmittel dringend erforderlich.“

Bei der Vergabe der Aufträge zeigte sich offenbar, dass nur ein kleiner Kreis von Firmen für die Arbeiten in Frage kommt, große Baufirmen seien daran weniger interessiert. Dies schlägt sich vor allem bei den Kosten nieder: Allein bei den 54 Haltestellen, die bis 2016 barrierefrei sein sollen, haben sich die Kosten verdoppelt. Die Kosten stiegen dabei von 5,4 Millionen auf 9,9 Millionen. Wie viel der Umbau aller 679 Haltestellen kosten wird, ist also nicht absehbar. Der Stadtrat reagierte auf die Warnungen des Baureferates und bewilligte alle zusätzlichen Finanzmittel.

Grundsätzlich nimmt München in Sachen Barrierefreiheit eine Vorbildrolle ein. Der Behindertenbeauftragte hat gemeinsam mit dem Behindertenbeirat Ende Februar einen bundesweit einmaligen Aktionsplan vorgestellt. Darin enthalten sind 47 Punkte zur Verbesserung der Gleichberechtigung Behinderter. Die Themen sind unter anderem: Inklusion in der Schule, Hilfe bei der Berufswahl und die Barrierefreiheit von städtischen Gebäuden. Um die Ziele auch zu verfolgen, hat der Stadtrat die Einrichtung eines Koordinierungsbüros beschlossen. Acht Mitarbeiter sollen künftig im Rathaus die Umsetzung des Aktionsplanes verfolgen. Dafür wurden 950 000 Euro genehmigt. Der Vorstand des Behindertenbeirats, Johannes Messerschmid, spricht von einem „Meilenstein.“

Weitere Infos unter www.muenchen-wird-inklusiv.de

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