Pistorius-Prozess: Staatsanwalt plädiert auf Mord

Pistorius
Paralympics-Star Pistorius (Foto: CC BY-NC-SA 2.0, David Ian Roberts)

Der Prozess gegen den südafrikanischen Paralympicstar Oscar Pistorius ist mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung in die entscheidende Phase gegangen. Staatsanwalt Gerrie Nel fordert nach Medienberichten, dass der Prothesensprinter wegen Mordes verurteilt wird. Nel geht davon aus, dass Pistorius die vier Schüsse, die dessen Freundin Reeva Steenkamp durch die geschlossene Toilettentür trafen, bewusst abgegeben hat. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass der beinamputierte Sportler seine Freundin im Streit getötet  hat. Für ihn liegt keine Affekttat vor. In der Nacht zum Valentinstag 2013 starb das Model Reeva Steenkamp an den vier im Haus von Oscar Pistorius abgegebenen Schüssen. Für den Staatsanwalt bezieht sich der Mordvorwurf nicht nur auf die getötete Freundin des Behindertensportlers. Pistorius beteuert immer wieder, dass er einen Einbrecher hinter der Toilettentür vermutete. Für die Staatsanwaltschaft bleibt die Tat jedoch Mord, egal wen Pistorius hinter der Tür vermutet hat. Nel warf Pistorius Lügen und Unwahrheiten in dessen Schilderungen der Tatnacht vor. Unklar bleibe, warum Pistorius nicht bemerkte, dass seine Freundin in der Nacht aus dem gemeinsamen Bett stieg und auf die Toilette ging, warum sie nicht auf Pistorius Rufe antwortete und warum sie ihr Handy mit zur Toilette nahm.

Möglicherweise heute noch, aber spätestens am morgigen Freitag wird Pistorius‘ Verteidiger Barry Roux das Wort ergreifen. Das Urteil der Richterin Masipa wird erst in einigen Wochen erwartet. Wenn Pistorius wegen Mordes verurteilt werden sollte, drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft.

 

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